Schlaflos

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Das Familienblog der F.A.Z.

Wir Vaterlandsverräter

| 20 Lesermeinungen

© Picture AllianceImmerhin spielen die Kinder mit – sonst vereinsamt ein Mann auf dem Spielplatz schnell.

Wir wollten vieles anders machen als unsere Väter. Vielleicht weniger, als unsere Väter anders machen wollten als ihre Väter. Dazu waren wir zu sehr befreundet, die großen Autoritätskämpfe früherer Vater-Sohn-Generationen blieben aus. Aber die typische westdeutsche Hausfrauenehe – die Mutter gibt ihren Beruf zugunsten der Kinder und des Ehemannes auf, manchmal ein Leben lang, der Vater macht prinzipiell so weiter wie bisher – wollten wir nicht mehr führen. Weil wir ja moderner sind. Dachten wir.

Doch als meine Freunde Väter wurden, wiederholten sich altbekannte Muster, die wir eigentlich ad acta legen wollten. Und auch bei mir zuhause war es nicht besser: Wir sind ganz schön konventionell. Meine Frau ist seit der Geburt unseres Sohnes in Elternzeit, der Kleine ist nun 18 Monate alt. Ich selbst habe, gestückelt, insgesamt vier Monate Elternzeit genommen. Das entspricht ungefähr dem Bild, das die statistischen Daten abgeben. Zwar nehmen Väter heute mehr Elternzeit als zu den Anfangstagen der familienfreundlichen Regelung vor mehr als zehn Jahren, der Durchschnitt liegt bei etwas mehr als drei Monaten. Aber Frauen nehmen viel länger Elternzeit, im Mittel um ein Jahr. Das ist er also noch, der große kleine Unterschied.

Aber ich will hier nicht mit Statistiken langweilen. Wer tagsüber mit offenen Augen durch Deutschlands Innenstädte geht (und auf den Dörfern wird es kaum besser sein), weiß es schon längst: Kindererziehung ist noch immer größtenteils Frauensache. Hier ein paar völlig subjektive Eindrücke aus Berlin, Frankfurt, Oberursel und dem Rheinland, kein Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Auf Spielplätzen sind Väter einsam. Gefühlt um die 80 Prozent sind es die Mütter, die ihre Kinder auf die Wippe hieven oder ihnen beim Rutschen sekundieren; die Sonn- und Feiertage ausgenommen, da steigt die Väterrate enorm.
  • In den Drogeriemärkten der Republik ziehen nur einige wenige Väter ihre einsamen Bahnen, derweil die Mütter die Szenerie zwischen Duschgel und Windeln beherrschen. Selbst vor dem Männerregal mit den Rasierern stehen vornehmlich Frauen, die für ihre Männer die Klingen kaufen (oder sie dann selbst benutzen).
  • Bei „Tchibo“ sieht’s nicht besser aus. Mal schnell ein paar Kindersocken kaufen? UV-Kleidung für den Kleinen? Oder ein Planschbecken? Neben den kaffeeschlürfenden Rentnern männlichen Geschlechts dominieren in der Altersgruppe 20 bis 45 die Frauen.
  • Oder in Krabbelgruppen: Offiziell weiß ich darüber nichts, ich war nie bei einer. Aber es ist zu vernehmen, dass der Männeranteil bei einer Frankfurter Gruppe bei eins zu sieben lag, ein Väter-Anteil von mickrigen 14 Prozent.
  • Gleiches Bild im Elterncafé: Drei Männer und 15 Frauen, der Anteil der Männer also bei 20 Prozent. Ähnliches gilt für Eltern-Kind-Sportgruppen (Buggy-Sport) oder Runden zur musikalischen Früherziehung.
  • Wenn das erste Kind da ist, klärt sich offenbar flugs die Rollenverteilung beim Autofahren: Papa fährt, und Mama hält die Kleinen vom Beifahrersitz aus mit Snacks und Spielen bei Laune. Das war bei meinen Omas auch nicht anders, da hatte die eine aber keinen Führerschein und die andere praktisch keine Fahrpraxis.
  • Tagsüber Spazierengehen mit Kinderwagen ist die grüne Hölle! Es begegnen einem fast nur Frauen, die einander mitfühlend zunicken, wenn die Kinder unleidlich sind.
  • Im erweiterten Familienkreis werden eher die Väter nach dem Beruf und die Mütter nach den Kindern gefragt. Fremde, die dem Kleinen ein Bonbon oder Gummibärchen anbieten, stellen die „Darf er das?“-Frage bevorzugt der Mutter, selbst wenn Vater und Mutter anwesend sind.

Dass irgendwas in Schieflage beim Geschlechterverhältnis in Erziehungsfragen geraten ist, hatte ich schon vermutet, als ich noch kinderlos war – und es bei Partys bei den Jungs auf dem Balkon meist etwas lustiger zuging als bei den Frauen drinnen. Heute weiß ich, warum: Selbst auf Partys können Mütter – wenn die Kinder dabei sind – nie richtig abschalten. Sie schauen, wo die Kleinen hin sind, dass sich keines den Kopf stößt, halten geschälte Äpfelchen und Möhren in Plastikboxen bereit (so wie der Outback-Farmer sein Spinnenbissgegengift immer griffbereit in der Medizinbox hat), derweil die Väter eher die Bierflasche im Anschlag haben oder sich eine Kippe drehen.

Bevor die Klischee- und Differenzierungspolizei ihr Veto einlegt: Das ist natürlich alles furchtbar klischeehaft. Ja, sicher. Und natürlich trifft das nicht auf alle zu. Aber ich habe in Hamburg gelebt, in Köln, in Berlin – und früher als Jugendlicher auch in einem 6000-Einwohner-Dorf, jetzt lebe ich wieder etwas ländlicher. Und ich komme im Arbeits-, Bekannten- und Familienkreis mit allerlei unterschiedlichen Milieus und Bildungsgraden zusammen. Natürlich gibt es eine Reihe Ausnahmen, im eigenen Freundeskreis, erst recht in Berlin, wo ohnehin einiges anders läuft als im Rest der Republik. In der Hauptstadt ist der Anteil von Freiberuflern höher, die sich die Zeit mit den Kindern leichter einteilen können. In Prenzlauer Berg oder erst recht in Neukölln (aber auch in Frankfurt-Bornheim, Köln-Sülz, Hamburg-Altona, München-Maxvorstadt) sind althergebrachte Rollenmuster sicherlich weniger präsent als in einem Eifel-Dorf. Wenn Städter nur den Fortschritt sehen, sollten sie für einen Moment ihre Blase verlassen.

Trotzdem, die wahrgenommene Tendenz ist nun mal furchtbar nah am Klischee, und am Anfang steht immer die Betreuungsfrage: Wer sich hauptsächlich um das Kind kümmert (und nicht nur morgens, abends oder mal am Wochenende), ist in den Themen so drin, dass sie den Alltag weitgehend bestimmen. Wann es Zeit für den Mittagsschlaf ist? Frag doch mal diejenige, die meistens da ist! Wie deute ich die Zeichen, wenn das Baby wie ein Täubchen gurrt oder schreit wie am Spieß? Frag doch mal diejenige, die meistens da ist! Wenn das Kind an ein Elternteil so gewöhnt ist, dass es sich vom anderen nicht ins Bett bringen lässt, ist es vorbei mit all den gut gemeinten Vorsätzen, sich die Erziehungsarbeit paritätisch zu teilen.

Daraus folgt: Die Betreuungs-Nummer-Eins hat hyperkompetent und permanent ansprechbar zu sein. Die Nummer Zwei, bei uns zuhause bin ich das, kann Verantwortung übernehmen, kann diese aber genauso wieder abgeben an die Nummer Eins. Das eröffnet Spielräume: für andere Interessen, Hobbys, Freunde und Themen. Kurzum: Die Betreuungs-Nummer-Zweien – und das sind hierzulande noch die Mehrzahl der Väter – können halbwegs so weiterleben wie zuvor, mit Einschränkungen natürlich. Wer das ändern will, muss für eine möglichst gleichverteilte Erziehungsarbeit sorgen.

Das ist nicht leicht – und von vielen nicht gewollt. Zum Beispiel von denen, die davon profitieren, den Männern, die nach der Geburt des ersten Kindes so weitermachen können wie bisher. Und von manchen Frauen, die die Verantwortung für die Kinder an sich ziehen, nicht unbedingt für die finanzielle Versorgung der Familie zuständig sein wollen, und nebenbei ganz froh sind, sich eine Zeitlang aus dem beruflichen Konkurrenzkampf zu verabschieden. Beide stecken mehr oder minder bewusst in tradierten Rollenmustern fest, die in Deutschland/West anders aussehen als in Deutschland/Ost oder auch in Frankreich. Solche Dinge sind erstaunlich veränderungsresistent, aber zu einem großen Teil kulturbedingt und nicht in Stein gemeißelt. Wer traditionell leben möchte, hat dazu viele Möglichkeiten (obwohl es auch da Anfeindungen gibt). Wer nicht so leben will, stößt schnell an die Grenzen, die das Faktische zieht.

Daraus erwächst ein System, das sich selbst ernährt: Wenn auf Spielplätzen ausschließlich Frauen das Wort führen, steigt der Anreiz nur bedingt, sich als Mann dazuzugesellen. Gibt es da so etwas wie einen Wunsch nach Homogenität? Vielleicht insofern, dass geteilte Erfahrungen einen guten Gesprächsstoff abgeben. Mehr Väter, mehr Väter-Erfahrungen, die sich zu teilen lohnen, so entsteht unter Vätern mehr Sensibilität für die Themen aus dem Erziehungsalltag. Gleiches gilt für Kindercafés und Krabbelgruppen, um die ich bisher einen möglichst weiten Bogen geschlagen habe. Das dürfte vielen Vätern durchaus gefallen: Wer frühmorgens den Sieben-Uhr-Flieger von Köln nach Berlin oder den ICE von Hamburg nach Frankfurt nimmt, wird das Gefühl nicht los, aus Versehen eine Karte fürs Männerabteil gebucht zu haben. Mir scheint – und das ist jetzt streng wissenschaftlich fundiert -, man blickt dabei nicht nur in glückliche Gesichter von Vätern, die froh sind, die Woche endlich von der blöden Familie weg zu sein.

Die gute Nachricht zum Schluss: Die Rollenverteilung bricht langsam auf, es gibt eine Entgeschlechtlichung der Tätigkeiten, die früher als typisch weiblich oder typisch männlich galten. Das Idealbild von Männlichkeit hat sich gewandelt; wo es früher für Väter peinlich war, den Kinderwagen zu schieben, gibt es heute bei jüngeren Männern nur noch in betont konservativen Milieus solche Vorbehalte. Und nach der Geburt wird stärker aufs Bonding geachtet, also darauf, dass auch Väter die Bindung zum Kind durch körperliche Nähe stärken. Aber dennoch: Wie kommt es wohl, dass Väter besonders gerne ihre Elternzeit nehmen, wenn sie mit der Familie in Urlaub fahren wollen? Und nicht dann, wenn es darum geht, den Alltag mit Kind einzurichten? Wie sagte unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einmal? „Wir müssen uns ehrlich machen.“ Tja, vielleicht sind an diesem Punkt die Väter dran.


20 Lesermeinungen

  1. Beschämend
    ist nur, dass den Müttern eingeredet wird, dass es besser ist, wenn sie z.B. den ganzen Tag an der Supermarktkasse sitzen und die Erziehung der Kinder fremden Personen überlassen. Ob die Mutter oder der Vater die Betreuung der Kinder übernimmt, sollte in der Familie entschieden werden. Das sollte man nicht dem Staat oder irgendwelchen Zeittendenzen überlassen. Ehe und Familie haben leider in Deutschland keinen hohen Stellenwert mehr.

  2. Nein Herr Benninghoff - Ihr letzter Satz passt nicht, auch die Frauen sind dran
    denn wie Sie ja richtig erkennen und andeuten: die bestehende Rollenverteilung ist auch von (vielen) Frauen so gewünscht. „Ausklinken“ aus dem Job, dem Konkurrenzkampf, Teilzeit (und damit Kind u n d Job, Männer verpassen hier viel), während Männer gerne die Ernährerrolle samt dem damit einhergehenden Druck behalten dürfen. Und spätestens beim Thema Scheidung/Sorgerecht kann sich die etablierte Rollenverteilung für Frauen auszahlen. Natürlich ist es en vogue Männern auch hier die „Schuld“ zuzuschieben – aber es ist selbst bei Ihren Ausführungen schlichtweg unschlüssig. Und bei alledem gilt: erfolgt die Aufteilung einvernehmlich (egal wie), ist es immer noch primär die Sache der Paare, wie sie sich was aufteilen. Ein Nannystaat der uns sagt wie viel Minuten wer mit dem Kind zu verbringen hat – nein, soweit sind wir (noch) nicht. Und das ist gut so.

    • Zustimmung
      Auch ich habe in meinem sozialen Umfeld den Eindruck, nicht die Männer wollen unbedingt von zu Hause weg, sondern man kann es sich leisten, aus nur anderthalb Vollzeitäquivalenten der Erwerbstätigkeit die Lebenshaltungskosten der Familie zu bestreiten und die Frauen übernehmen lieber die Kinderbetreuung als die Konsequenzen aus der Teilzeit des Mannes zu tragen (Mehrarbeit, Steigerung des Einkommens, Karriereanstrengungen, …). Auch das ist, wie die Betrachtung des Autors, keine wissenschaftliche Studie, sondern eher „gefühlte“ Wahrheit aus anektotischer Evidenz. Es ist aber schon spannend, zu sehen wie unterschiedlich die gleichen Messwerte begründet werden können.

      Ich hatte eine interessante Diskussion mit einer Kollegin: Ihr Mann ist in Elternzeit und sie bemängelte, er würde den Haushalt nicht richtig machen. Nach der Frage, ob sie ungekehrt akzeptieren würde, am Abend von ihrem Mann gefragt zu werden, ob sie denn richtig staubgesaugt oder geputzt hätte, wurde sie na

  3. Vater werden ist schwer, aber Vater sein!
    Ich finde es schon wichtig, dass sich Väter mehr einbringen und damit auch das „Image“ der Familienarbeit aufwerten.
    Allerdings wird es den Vätern auch nicht unbedingt leicht gemacht von den Müttern, die ihren Liebling nicht so gern an Papa abgeben.
    Letzlich ist es ein Thema, dass sich neu finden muss und zwar in der gesamten Gesellschaft. Der Vater, der sagt, dass er das Geld verdienen muss und sich deshalb um die Familie nicht kümmern kann, wird kaum kritisiert werden. Die Frau dagegen schon. Andererseits wird die Mutter, die auf Karriere zugunsten von Kindern und Familie verzichtet, wohlwohlend betrachtet. Der Mann? Bestimmt nicht!
    Letzlich wird sich in jeder Beziehung/Familie ein gewisses Gleichgewicht herstellen, dass die Gesellschaft im Sinne von Familie und Kindern gutheißen sollte. Davon sind aber weit entfernt.
    Frauen werden gefördert, vorallem aber junge Frauen ohne Kinder, denen es dann sehr schwer fällt Kinder überhaupt zu haben.
    Wir sollten aber Familien för

  4. Wann endlich gebären auch Männer Kinder!
    „Wer … mit offenen Augen …(durch das Leben) geht…, weiß es schon längst: Kinder…(geburten) ist noch immer … Frauensache.“
    Könnte das vielleicht die simple Antwort sein?
    Dieser übersteigerte Genderismus nervt nur noch!

  5. Biologie nicht vergessen!
    Der Autor erwähnt leider nicht, dass auch Kinder eine Wahl treffen und ganz automatisch die Mutter bevorzugen, weil diese sie stillen und damit ernähren kann. Dies ist einfach Biologie und absolut normal. Damit ist ein Vater immer in einer anderen Rolle, zumindest so lange die Kinder sehr klein sind.

  6. jeder nach seinem Gusto
    Erziehung und Familie ist Privatsache. Der Staat kann hier nicht effektiv lenkend eingreifen, sondern sollte lediglich die Aufgabe übernehmen, dass jedes Paar das möglichst nach eigenem Gusto handhaben kann. Anreize in die eine oder andere Richtung sind da eher kontraproduktiv.

  7. Was der Oberlehrer selbst nicht schaffte (oder wollte?) sollen jetzt andere schaffen!
    Was die Agitprop noch nie kapierte ist, daß sie völlig an der Realität vorbei predigt und andere für so beschränkt hält, das zu glauben.

    Hätte er auch nur Restverstand, wäre ihm als erstes eingefallen, daß „wir“ eine Verteidigungsministerin haben, die mehr Kinder als flugfähige Flugzeuge hat. Unsere wäre der Erguß erspart geblieben.

    Als ich Schul- und Vorschuljunge war, gab mir mein Vater das meiste, was ich auf dem Weg durch das Leben brauchte: Und der malochte nachts am Band und saß tagsüber im Abendgymnasium (später in der Uni) und war für seine Kinder am Wochenden immer da und mit ihnen immer unterwegs.

    Ich lebe jetzt fast 20 Jahre in Thailand, uns will keiner erzählen, wie man es besser macht. Hier läuft Familie nach wie vor traditionell.

    Noch kurz zur Intention dieser Propaganda: Während bei uns Propaganda für Abtreibung getrieben wurde, war Familienplanung in Afrika tabu (Schutz des ungeborenen Leben). Dann wurde der demographische Knick „erkannt“

  8. Chapeau für diesen Beitrag von einem Vater!
    Ich habe mir in den ersten zwei Jahren nach der Geburt meines Sohnes gewaltig die Augen gerieben! Ständig bekam ich Hinweise und kritische Blicke im Umgang mit meinem Baby, während der Papa schon Komplimente bekam, wenn er den Kinderwagen unbeschadet durch den Park schieben konnte. Im Übrigen wird dieses Rollenbild insbesondere von Frauen gepflegt und unterstützt, indem sie eben 99% der Verantwortung für die Kinderversorgung selbstverständlich bei der Mutter sehen. Wer hier Genderwahn vermutet oder meint „einer muss ja verantwortlich sein“, sollte lieber ruhig sein. Denn was soll denn aus diesen Jungen und Mädchen werden, wenn sie in ihrer gesamten Kindheit nur von Müttern, Tanten, Omas, Erzieherinnen und Lehrerinnen umgeben sind? Männer müssen an der Kindererziehung und -betreuung viel mehr teilhaben! Sie müssen genauso Bezugsperson und Vorbild wie die Frauen sein. Wenn nicht, sind sie im Leben der Kinder schlicht bedeutungslos.

    • Die meisten Väter, die ich kenne
      Die meisten Väter, die ich kenne, wollen sich um ihre Kinder kümmern und sind anwesend (wenn sie dürfen). In meinem Bekanntenkreis gibt es nur einen Vater, der das nicht so handhabt. Aus Sicht der Männer steht der Wunsch nach Teilhabe an der Erziehung eigentlich nicht in Frage.

  9. Wir Vaterlandsverräter
    Das ist wieder so ein Medien- Sachverschwurbelungstext zur Verblödung der Leute!
    Sind Eltern nicht erwachsen und unabhängig genug, für sich zu entscheiden, wie sie die Kindererziehung und das Familiengeschehen nach ihrem Können und Wollen gestalten? Genderismus hat da doch nichts zu suchen, ebensowenig Mainstream. Wenn der Vater das Einkommen erwirtschaftet und die Mutter den Familienladen schmeißt und beide das wollen, ist es doch ok. Wenn beide das Einkommen erarbeiten und sich über die Familienaufgaben einigen, genauso. Falls eine Frau allein das Einkommen erarbeitet und sie wollen, daß der Mann den Familienladen schmeißt, warum nicht?
    Da sind öffentliche Themen so überflüssig wie unnütz und dazu braucht’s auch keine Vorbilder von gestern oder heute. Bleibt mal nüchtern und selbstbewußt, Leute!

  10. Nicht ehrlich gemacht
    In dem Artikel viele wichtige Themen angesprochen, aber häufig nicht ehrlich zu Ende gebracht. Der Beitrag wirkt eher wie eine geistige Dehnübung des Autors, der sich bequem in seiner Welt eingerichtet hat. Nun gibt er sich dem Luxus hin, sich ein bischen schlecht zu fühlen, ohne etwas zu ändern.

    Einige Beispiele:
    Häufig gehen Frauen in Teilzeit, weil die Männer – aufgrund höheren Lebensalters, nicht besserer Ausbildung – bereits mehr verdienen. Das ist eine kurzfristige ökonomische Entscheidung mit langfristigen Folgen, die nicht mit bedacht werden.

    Teilzeit bedeutet faktisch oft den Verlust der Aufstiegschancen. Das wird offensichtlich von Männern weniger akzeptiert als von Frauen.

    Kaum ein Vater wird sich hingegen gegen eine häufigere Betreuung seines Kindes entscheiden, weil er voraussieht, dass er sich auf dem Spielplatz oder in der Krabbelgruppe einsam fühlen wird.

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