Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Die Entstehung der Zentralbanken

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In der traditionellen Literatur sind die Zentralbanken aus Banken entstanden, die zur Finanzierung von Kriegen gegründet wurden. Die Bank of England ist ein solches Beispiel. Die Ökonomen Isabel Schnabel und Hyun Song Shin sagen: Die Vorläufer der Zentralbanken sind in Banken zu suchen, die in unsicheren Zeiten durch die Produktion von Buchgeld Sicherheit erzeugt haben. Ein Beispiel ist die Bank von Amsterdam.

Vor knapp zwei Wochen hat sich Agustìn Carstens, der neue Präsident der Bank für Internationalen Zahungsausgleich (BIZ), in einer vielbeachteten Rede an der Frankfurter Goethe-Universität mit der Frage verfasst, ob private digitale Neuschöpfungen wie Bitcoin als Geld anzusehen sind und damit das von traditionellen Zentralbanken herausgegebene Geld herausfordern können.

In seiner Rede hat Carstens unter anderem auf die Eigenschaft des Geldes als gesellschaftliches Objekt („social device“) verwiesen. Geld wird von Menschen als Zahlungsmittel akzeptiert, weil sie davon ausgehen, dass ihr Geld auch von anderen Menschen akzeptiert wird – heute wie in Zukunft.

In einer parallel zu Carstens Rede befassen sich die Ökonomen und in diesem Zusammenhang mit einer interessanten Episode aus der europäischen Geldgeschichte. Ihr Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass seit geraumer Zeit von Zentralbanken emittiertes staatliches Geld besonders gut die Funktion des Geldes als eines gesellschaftlichen Objekts ausübt – und sie fragen sich, wo dies aus historischer Sicht herkommt. Ihre Spurensuche führt sie ins frühe 17. Jahrhundert und hier besonders zur Bank von Amsterdam – der wir uns übrigens in FAZIT schon einmal ausführlich gewidmet hatten1)

Das Argument von Schnabel/Shin lautet, dass man die Ursprünge der modernen Zentralbanken in der Buchgeldproduktion von Banken wie der Bank von Amsterdam suchen soll. Denn Metallgeld, das damals dominierende Geld, besaß angesichts der zahlreichen, für viele Nutzer nur schwer erkennbaren Manipulationen, nur eine eingeschränkte Eignung als „gesellschaftliches Objekt“. Das Buchgeld, das die Bank von Amsterdam mittels Ankäufen einwandfreier Münzen schuf, hingegen eignete sich für die Kunden der Bank von Amsterdam aufgrund des hohen Vertrauens in die Bank als „gesellschaftliches Objekt“. Die hohe Wertschätzung dieses Buchgeldes zeigt sich daran, dass es mit einem Aufschlag auf die Münzen bewertet wurde, die von der Bank von Amsterdam angekauft wurden.

Man kann sich die Bank von Amsterdam als eine Art Handelsplattform für das von ihr geschaffene Buchgeld vorstellen. Dies erzeugte einen großen Nutzen für die Halter des Buchgeldes, schreiben Schnabel/Shin:

„We argue that the source of the success of public deposit banks was their role in instilling common knowledge in monetary transactions by establishing a platform for standardised settlement of transactions, both for goods and for financial instruments.“

Aus dieser Tätigkeit, der Produktion von Buchgeld im Verein mit der Bereitstellung einer Handelsplattform für dieses Buchgeld, sehen Schnabel/Shin eine Tätigkeit, aus der die späteren Zentralbanken herausgewachsen sind – und nicht aus der Vergabe von Krediten, die später auch von der Bank von Amsterdam betrieben wurde.2) Die Standardisierung der Zahlungen mit Buchgeld auf der Handelsplattform zieht immer mehr Interessenten an – das Buchgeld wird zum gesellschaftlichen Objekt:

„In our model, the standardisation of contracts enables traders to enter the market with less fear of expoitation, reinforcing the pool of potential trading counterparties when entering the market. So, the more traders that enter as potential buyers, the more will potential sellers too be attracted to enter the market, which in turn reinforces the incentives for other buyers to enter. Thus, the initial seedof standardisation of units of settlement sets o⁄a virtuous circle of greater market participation, thicker markets and the greater capacity of the nancial system to facilitate the consummation of real economic transactions.“

Diese nun schon mehr als 400 Jahre alte Episode belegt nebenbei, wie unsinnig die noch heute von Anhängern der Goldwährung vertretene These ist, Metallgeld wäre per Definition Papier- oder Buchgeld überlegen. Das Buchgeld entstand, weil das Metallgeld wegen der zahlreichen Manipulationen in seiner Eigenschaft als „gesellschaftliches Objekt“ inferior war.

 

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  1. Das ist nicht die erste geldhistorische Arbeit von Schnabel/Shin. Wir hatten vor Jahren in FAZIT auf eine Untersuchung der Finanzkrise von 1763 durch die beiden Autoren verwiesen.
  2. Die traditionelle Sicht der Zentralbankentstehung findet sich unter anderem in dem sehr interessanten Buch von Charles Goodhart: The Evolution of Central Banks. (1988)
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10 Lesermeinungen

  1. Einige Notizen:Maß für Unmaß ,Weltmärkte-Verhältnisse,Fremdherrschaften und...wie
    Wirtschaftswissenschaftliche-Moralische Berechtigungen sich ändern.
    Kapital lässt sich immer finden.

    Oder wie Schumpeter in seiner einmaliger Wortlaut:“Americans who say,”We want this country to arm to its teeth and then to fight for what we conceive to be right all over the globe” and Americans who say ,”We want this country to work out its own problems which is the only way it can serve humanity “ are facing irreducible differences of ultimate values which compromise could only maim and degrade.”[Capitalism,Socialism and Democracy,Chapter XXI,The classical doctrine of democracy].

    Variationen einer Thema utilitaristischer Natur.

    Amsterdam Bank:
    dazu ein besonders detailliertes Buch,bemerkenswert und lesenswert,von
    Ton de Graaf,”Voor Handel en Maatschappij,Geschiedenis van de Nederlandsche Handel-Maatschappij,1824-1964”,Amsterdam 2012.

    Pierre Lepoivre oder wie ein Nelkenmonopol herunterkommt ,dazu dass genannte moralische ,wie sich Handel berechtigen ließt,könnte keineswegs im Sinne Spinoza gedacht werden:“
    une chose a besoin pour être produite de causes intermédiaires, elle est imparfaite « ,[Les Niveaux De L’Etre,La connaissance et le Mal,
    Eliane Amado Lévy -Valensi,Paris 1962].

  2. Geschichte der Zentralbanken vor 1800
    Gerade dieser Tage hat Ulrich Bindseil (EZB) ein umfangreiches Papier zu diesem Thema auf einer Ausschusssitzung des Vereins für Socialpolitik vorgelegt:

    Gruß
    gb

  3. "The evolution of money in the digital age"
    Ein interessanter Vortrag von EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch:

    Gruß
    gb

  4. BIZ stützt Bitcoin???
    Gude,
    ohne die Rede von Carstens bzw. die Arbeit von Schnabel/Shin zu kennen nährt es den Verdacht, dass sie (wohl eher ungewollt) Werbung für Kryptowährungen produziert haben.

    Die Kernaussage:
    Zentralbanken führen ihre Berechtigung auf Integrität zurück.

    Genau dieser Wunsch nach Integrität liegt dem „White Paper“, das unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ veröffentlicht wurde, zu Grunde.

    Beispielhaft sei auf eine populäre Subline zum Bitcoin verwiesen die da lautet:

    „In math we trust“

    Mathematik ist reine Logik und im Gegensatz zu anderen Ausdrucksformen (siehe x-te Rechtschreibreform) nicht einem Zeitgeist unterworfen. (Sobald jemand, z.B. den Satz des Phythagoras, widerlegen kann, bin ich gerne bereit über diesen Anspruch auf Absolutheit noch einmal nachzudenken.) Die Integrität der Mathematik ist für die Gläubigen des Bitcoins das Sanctus (Heilge) schlechthin.

    Zentralbanken sind jedoch von Menschen geschaffene und mit Leben erfüllte Institutionen und dem Mensch sein wohnt die Unvollkommenheit nun einmal inne. Die Weimarer Klassiker schrieben in unser aller Poesiealbum:
    „Edel sei der Mensch……“
    und solange da „sei“ und nicht „ist“ steht, bleibt im Umgang mit Mitmenschen, Skepsis ein Gebot der Vernunft.

    Bevor es zu einem Werbetext verkommt, was eigentlich nur als Hinweis auf eine Argumentationsfalle gemeint war.
    Kryptowährungen haben völlig andere Schwachstellen:

    1.) Die Mathematik muss mittels Software umgesetzt und diese dem ständigen Fortschritt angepasst werden. Das ist Menschenwerk und somit mit dem Risiko eines Fehlers behaftet. (Siehe den legendären Block 74.638 des Bitcoins vom 15.08.10)

    2.) Kryptowährungen die auf einen Emitenten verzichten (wie der Bitcoin) sind grundsätzlich nicht juristisch geschützt.
    (Gedankenexperiment für Juristen: Ein Programm liefert Daten an die Bitcoin Blockchain, die von dieser akzeptiert und verarbeitet werden. Im Ergebnis sind aber, entgegen den Blockchain Regeln, durch das Programm neue Bitcoins (Rechte zur Weitergabe einer Datei) entstanden, die von der Blockchain uneingeschränkt weiterhin verarbeitet werden. Frage: Liegt ein Straftatbestand vor?)

    3.) Die absolute Strenge der Mathematik steht nicht im Einklang mit der menschlichen Psychologie. Wenn jedoch (und ich gehe davon aus) ein wichtiger Teil des Wirtschaftens auf Psychologie (Erwartungshaltungen) beruht, dann beraubt uns diese Strenge vieler Möglichkeiten.

    Wir können hier lang und breit über die BoJ, das QE (quantitative easing) oder andere Verletzungen der reinen Lehre diskutieren. Fakt bleibt, sie sind Möglichkeiten deren wir uns berauben würden. (Die Diskussion geht „nur“ darum ob diese Möglichkeiten gut oder schlecht sind.)

    Diese Möglichkeiten lassen sich mit einer Analogie verdeutlichen (wie alle Analogien passt sie nicht an allen Stellen).

    Wir wachen mit Zahnschmerzen auf, das Schmerzmittel ist die Abkehr von der reinen Lehre (hier z.B. QE). Entscheidend ist nicht, ob wir zum Schmerzmittel greifen oder nicht, entscheidend ist, ob wir die Ursache bekämpfen und zum Zahnarzt gehen. Die Frage, ob wir bis zum Zahnarzt das Schmerzmittel nehmen oder nicht, hängt von den Umständen ab (Konstitution, Nebenwirkungen, Verpflichtungen, usw).

    Die reine Lehre (Blockchains) verbaut den Weg zum Schmerzmittel und alle seine damit verbundenen Risiken, auf der anderen Seite verbaut sie damit auch die Möglichkeiten, die der Gebrauch des Schmerzmittels eröffnet.

    4.) Der Grundgedanke des Bitcoins basiert auf einer breiten Streuung (viele Teilnehmer) der Noods (das sind die Rechner, die an der Prüfung, Verarbeitung und Speicherung teilnehmen), dass Anreizsystem befördert jedoch eine ständige Zentralisierung und wird somit (wenn es unverändert weiter läuft) sich selber adabsurdum führen.

    Um zum Schluss zu kommen, es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Einwände gegen den unbedingten Bitcoinglauben (Glauben = Wissen ohne Beweis), Integrität ist jedoch eines der wenigen Argumente, die überwiegend für den Bitcoin sprechen.

    Wenn die Zentralbanken die Flut der Kryptoanlagen bekämpfen wollen, dann sollten sie ihre eigenen Stärken betonen und sich ihrer eigenen Schwächen bewusster werden oder es klüger kommunizieren.

    Sie sind von Menschen für Menschen geschaffene Institutionen, die auf das Mensch sein reagieren können, weil sie (die Institutionen) von Menschen mit Leben erfüllt werden. Ihre größte Stärke und zugleich größte Schwäche ist die aller Menschen:

    Felxibilität.

  5. Zentralbanken zur Finanzierung der Kriege gegründet
    Wie einfach es ist eine Bank zu gründen, die _keine_ „legale“ Existenzberechtigung besitzt -besitzen darf-, das zeigen uns die USA.
    ZDFinfo mit der Dokumentation: Allen Stanford – Finanzpirat der Karibik _|_ Video 43 Min. bis 12.03.2018 verfügbar – Auszug von der Internetseite:
    Allen Stanford – reich, dreist und einer der größten Wirtschaftskriminellen unserer Zeit. 2008 kommt sein gigantischer Betrug mit mehr als 21 000 Opfern ans Tageslicht.

    Es ist die Geschichte über einen Schwindler und Finanzpiraten, der zum Symbol für das bankrotte amerikanische Finanzsystem wird. Alle berichten von einem Kriminellen mit unglaublichem Charisma.

    Weitab von Gesetzen und Moral baut er sich ein Imperium auf, das ihm erlaubt, seine Strippen im Verborgenen zu ziehen. Auf den korrupten Karibik-Inseln Antigua und Barbuda agiert er fast wie ein Diktator. Von seinen Büros in der Karibik, seinen Banken in Houston und seinem Geburtsort in Texas haben wir Zeugen gefunden, die viel zu dieser skandalösen Geschichte zu sagen haben.
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    Hier wird der Hintergrund in der Zusammenarbeit von Politikern / Aufsichtsbehörden / Profiteuren mit Betrügern sichtbar gemacht.
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    ARD 1. 2. 2018 RealSatire: Big Manni _|_ Die wahre Geschichte eines Hochstaplers, der den Finanzmarkt um Milliarden betrügt: Die realsatirische Komödie „Big Manni“ entstand in Anlehnung an Aufstieg und Fall der Firma Flowtex.

    Beziehungsgeflecht begründet den Erfolg

    Banker und Politiker in seiner Umgebung sehen ihre Chance, das ganz große Rad zu drehen und machen damit diesen Betrug erst möglich.

    SWR Internetseite Stand: 16.5.2017, 20 Jahre Baden-Airpark: Nach holprigem Start abgehoben
    Auszug:
    Flowtex-Milliardenbetrüger Manfred Schmider war es, der das Projekt vor 20 Jahren angeschoben hat. Nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte wollte der Unternehmer sein Flowtex-Firmengebäude auf dem ehemaligen Militärgelände bauen – Flugplatz für die „vielen Gäste von außerhalb“ gleich angeschlossen.

    Es gibt genügend Veröffentlichungen darüber, wer sich alles mit dem Betrüger Manfred Schmider „schmücken“ _w o l l t e_!!

    Buchgeld – Buchungsunterlagen – Luftbuchung
    Vertragswerke vertragen sich nicht mit den Kenntnissen der „hochgestellten Personen“ -nicht Persönlichkeiten-, die den Umgang mit _scheinbaren_ „Kenntnisträgern“ pflegen.

    Wir, in der Region STUTTGART, hatten zum Ende 2017 die Stellenbesetzung „Intendant (w/m) IBA 2027“ zu entscheiden. ZEIT-ONLINE Stellenausschreibung Auszug:
    Einhundert Jahre nach der Eröffnung der Weißenhofsiedlung sollen im Präsentationsjahr 2027 der Weltöffentlichkeit neue Antworten auf die städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen industrialisierter polyzentrischer Stadtregionen gezeigt werden. Dabei sollen Ideen und Formate entwickelt werden, für die es keine Vorbilder gibt.

    IHR PROFIL:
    Sie bewegen sich gerne und sicher in einem kreativen Umfeld, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sind als Individuum profiliert und zugleich teamfähig.

    Sie stellen sich kontroversen Debatten in einer demokratieerprobten Bürgergesellschaft und behalten auch in kritischen Situationen den Überblick und einen kühlen Kopf. Dabei kommen Ihnen ein langer Atem, spontane Kreativität und Ihr strategischer Weitblick zugute.
    ENDE Auszug

    Wir, unsere Mädchen und wir Buben eingeschult 1961 in S-Nord, haben zum Ende der 3ten Grundschulklasse jeden Vertragsinhalt lesen und _verstehen_ können, gleich welcher Thematik. |:-)

    Dieser Text aus der Einführung zum Grundgesetz in BECK’SCHE Textausgaben 40. Auflage Sept. 1969 -unser Schulentlassjahr- hat nach wie vor Geltung: „Die
    Weimarer Verfassung ist zwar niemals ausdrücklich aufgeho-
    ben worden, doch galt sie unter der Diktatur Hitlers als Ver-
    sassungsrecht faktisch nicht mehr.“ ENDE Auszug

    Solange nicht einmal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR Dez. 1948 – aktuell von 193 Staaten ratifiziert) mit 30 Artikeln geachtet ist – in keinem der Staaten – solange wird es Banken, Versicherungen, Regierungen und „Staatenlenker“ geben, die sich eine goldene Nase verdienen können. Und das auf Kosten der Völker!!!

    Regel die zu beenden ist: Tust Du mir nichts, tu ich Dir auch nichts. Tut uns einer was, tun wir ihm was – an!!

    • Aus dezentral (private Banken) wird Netzwerk aus öffentlichen Notenbanken
      Im 16. und 17. Jahrhundert in privaten Händen -in der Folge von Jacob Fugger- [1] von staatlichen Stellen ausgestattet mit dem Recht der Münzprägung.

      5. 1. 2012 Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) Prof. Dr. Siegfried F. Franke [2]
      Aufgaben der Zentralbank
      Das Verhältnis zwischen der Geldmenge und dem realen Sozialprodukt ist das Preisniveau. Es stabil zu halten ist eine Aufgabe, die Fingerspitzengefühl erfordert. In modernen Volkswirtschaften kümmert sich darum eine Zentralbank – im besten Fall eine unabhängige.
      —Mit umfangreichen Erklärungen auf 4 Seiten—

      Volk – Staat – Gesellschaft – Wirtschaft
      Der Begriff „Volkswirtschaft“ ist nach wie vor irreführend! Es handelt sich eben _nicht_ um die Wirtschaft des Volkes!! Horst Seehofer bringt das allgemeinverständlich auf den PUNKT. [3]

      ICC ist Dienstleister der Wirtschaft und ihr internationaler Interessenvertreter gegenüber internationalen Organisationen wie beispielsweise den UN oder WTO. [4]

      [1] Jacob Fugger 1459-1525 Augsburg – Der Kaiser hat Gesetze nur für ihn erlassen, für die sich J. Fugger mit Geldzuwendungen bedankte; auch für die Fürsten!
      Erleben wir es heute nicht ebenso? „Geldfürsten“ bedenken jene mit Zuwendungen, die Gesetzen in unseren Parlamenten zustimmen, die, am Volk vorbei, nur für _sie_ Vorteile erbringen!!
      +++
      Mario Adorf in Kir Royal* – als Generaldirektor Heinrich Haffenloher – „öffentlich“ werdend, was „tonangebend“ in _ihren_ Kreisen ist:
      „… Ich scheiß Dich sowas von zu mit meinem Geld, dass de keine ruhige Minute mehr hast! …“

      [2] Prof. em. Franke leitete an der UNI Stuttgart die Abteilung für Wirtschaftspolitik und öffentliches Recht

      [3] Horst Seehofer erklärt:
      20.05.2010 Pelzig unterhält sich – Warum Wählen sinnlos ist: „Es ist so wie Sie sagen. Diejenigen die entscheiden sind nicht gewählt. Und diejenigen die gewählt werden haben nichts zu entscheiden.“
      01.06.2006 ZDF-Journalistin im Interview zur Pharmalobby-Arbeit
      „Ich kann Ihnen nur beschreiben, dass es so ist, und dass es so abläuft. Und zwar sehr wirksam.“ -Er grienst-
      Frage der Journalistin „Aber es kann doch nicht sein, dass die, dass die Industrie stärker ist als die Politik, also letzten Endes muss es doch heißen ‚Die Politik muss sagen NEIN so geht’s nicht!’“ Seehofer „Ja, ich kann Ihnen nicht widersprechen.“ -und grienst noch mehr-

      [4] 1919 erfolgte die Gründung der Internationalen Handelskammer (ICC). „Der 1923 in Paris gegründete Internationale Schiedsgerichtshof der ICC mit rund 50 Mitarbeitern ist die älteste und renommierteste Institution zur privatwirtschaftlichen Streitschlichtung. Er hat die Schiedsgerichtsbarkeit – so wie wir sie heute kennen – überhaupt erst entwickelt.“
      PRIVATWIRTSCHAFTLICH – nicht im Staatsrecht verankert | Parallel zum „ordentlichen Recht“!!
      Am 19.10.2015 gab es in der ARD, die Sendung „Die Story im Ersten: Konzerne klagen – Wir zahlen“.
      13.11.2012 ZDF Die Anstalt – Erwin Pelzig zeigt die Verflechtungen der „Round Table Groups – Council on Foreign Relations (CFR), Trilaterale Kommission (TLK), Group Of 30 (GO30), Atlantikbrücke e.V., usw. und Verbindungen zu Goldman Sachs“ auf einer Flipchart „bildlich“ dar.

      Kir Royal* (Aus dem Leben eines Klatschreporters) ist eine sechsteilige Fernsehserie von Helmut Dietl aus dem Jahr 1986. Dabei handelt es sich um eine Persiflage auf die Münchner Abendzeitung, ihren Klatschreporter Michael Graeter und die Herausgeberin Anneliese Friedmann.

  6. Die Subjekt-Objektdichotomie, oder auch: auch Bitcoins sind kein Gold
    Die Subjekt-Objektdichotomie bedeutet nichts anderes als dass Geld (in seiner Funktion als allgemeines Äquivalent für alle Waren) im Verhältnis zur Ware das Subjekt ist (nur im „Wert“ scheinen Subjekt wie Objekt vereint, nämlich ob der zugrundeliegenden gesellschaftlichen Übereinkunft, dem Glauben, dass beides äquivalent sind, also im Moment der Ware-Geld-Ware -, resp. Geld-Ware-Geld Zirkulation). Nur wo Geld selber zur Ware wird, kann es Objekt sein, doch dann verliert es seine Funktion als allgemeines Äquivalent. Was wir am Gold zum Beispiel erkennen können. Da dieses eben auch Ware – also Objekt. Und diesem Schicksal scheint das Geld nun zu folgen, denn es sucht sich neue, reinere (glaubhaftere) Formen. In dem Maße wie das Geld selber zur wichtigsten Ware geworden zu sein scheint (also man dem Phantasma, dass Geld Geld vermehrt, blind folgt), und damit auch die Zwitterfunktion des Goldes grob missversteht (denn auch wenn man Gold nicht essen konnte, es verhalf einem doch in schlimmen Zeiten zu einem Stück Brot, denn weil es eben auch Objekt war und ist, glaubt man mittlerweile offenbar doch, dass man „Geld essen“ könne, also Geld auch Objekt sei), tun sich darin aber dem Subjekt nur weitere verzweifelte Antinomien auf, wie die Bitcointragik dieser Tage zeigt. Denn wie gesagt, die Subjekt-Objektdichotomie löst sich nur im Moment der erfolgreichen Zirkulation auf – und nur für diesen Moment. Denn wo diese nicht stattfindet, also der Glaube schwindet, schwindet der Wert, als hätte es ihn nie gegeben. Und vielleicht bleibt einem nur die wahnhafte Vorstellung, dass Bitcoins „Gold“ sind.

  7. Werden und Vergehen von Banken
    Jede Bank, auch eine Zentralbank, kann nur existieren, weil das Objekt, welches sie ausgibt (erzeugt), einen allgemeinen und weit verbreiteteten Nutzen und somit für den Empfänger des Objektes einen speziellen sicheren Wert darstellt.
    Eine Zentralbank ist ein staatliches, ein politisches Konstrukt; es unterliegt in obiger Hinsicht jedoch dem gleichen ökonomischen Zwang. Wird das von ihr ausgegebene Objekt ‚wertlos‘, ist eine ZB nur noch eine Hülle, eine taube Nuß. Als in Deutschland eine galoppierende Inflation tobte, gab es zwar formal eine Reichsbank, ihr ausgegebenes Objekt war jedoch wertlos und damit war die ZB nutzlos. Niemand wollte ihr ‚Geld‘, jeder wollte es gleich wieder loswerden.
    Solange die EZB ZB-Geld verteilt, welches in den Augen der Gesellschaft einen Wert verspricht, bleibt sie im ökonomischen Sinn auch eine Bank. Dabei ist es egal, welches Material sie dazu verwendet. Bei Papier und bei Notierungen in Konten besteht der Wert eben aus der Wirtschaftskraft und nicht aus dem Metallwert von Gold oder Silber oder Blech.

  8. Die Zentralbank-Apologien häufen sich: Ist da etwas im Busch?
    Es ist höchst interessant zu verfolgen, wie sich in letzter Zeit offenbar die Zentralbank-Apologien häufen. Vielleicht deshalb, weil immer mehr Menschen die Funktion und das Agieren der Zentralbanken verdächtig erscheint? Richtig so: Es sind ja in der Tat die Zentralbanken und das von ihnen gesteuerte Bankenkartell, die für die Geschäftszyklen (und damit als Teil dieser eben auch für die Krisen) verantwortlich sind (siehe dazu die Mises-Hayek-Theorie der Geschäftszyklen).

    Hier also der Versuch, die Zentralbanken wieder einmal als die „Guten“ dastehen zu lassen, indem man ihnen zumindest historisch die wichtige Aufgabe zuschreibt, die Verläßlichkeit von Geld (speziell von Gewicht, Homogeneität und Metallgehalt von Metallgeld) sicherzustellen, durch Verwahren des Metallgeldes und das Eintauschen gegen Papierzertifikate. Man beachte dabei folgendes:

    (1) Ohne daß Metallgeld zugrundeliegt, ist diese Funktion offenbar sinnlos. In den heutigen Fiatgeld-Systemen kann es keine solche Funktion geben, folglich lassen sich Zentralbanken heute so nicht (mehr) rechtfertigen. Viel schlimmer sogar: so einfach wie heute, wo neue Euro, Dollar, Pfund etc. einfach „gedruckt“ werden können, ließ sich der Geldwert noch nie manipulieren. Bei Metallgeld mußten die Könige und Fürsten der Vergangenheit immerhin die Münzen einsammeln, einschmelzen und mit geringerem Metallgehalt (aber gleichem Nominalwert) neu prägen. Hier also zumindest zu insinuieren, die Zentralbanken stünden für „verläßliches“ Geld (wenn auch nur historisch), grenzt daher fast schon an böswillige Täuschung.

    (2) Man braucht auch bei Metallgeld (statt Fiatgeld) keine Zentralbank für diese Funktion, sondern kann sie dem freien Markt überlassen. Jeder Juwelier, der weiß, wie man Gewicht, Homogeneität und Metallgehalt feststellt (und ggf. bereit ist, seinen Tresor für die Verwahrung gegen Quittung und Gebühr zur Verfügung zu stellen), kann im Prinzip diese Dienstleistung anbieten. Auch schon die einfache (private) Ausgabe von verläßlichem Metallgeld kann diese Funktion erfüllen, wie man z.B. am Joachimstaler (benannt nach der Stadt Sankt Joachimsthal in Tschechien) sieht, von dem sich die Münz- und späteren Währungsbezeichnungen „Taler“ und „Dollar“ ableiten. Die (historische) Bank von Amsterdam, die im Artikel erwähnt wird, reagierte lediglich darauf, daß durch den sich ausweitenden Handel so viel verschiedenes Metallgeld im Umlauf war, daß selbst Kaufleute mitunter Schwierigkeiten hatten, es verläßlich zu prüfen.

    (3) Speziell die (historische) Bank von Amsterdam, die im Artikel erwähnt wird, operierte (soweit ich weiß) mit 100% Deckung, d.h., sie hatte tatsächlich Goldbarren und -münzen für 100% der ausgegebenen Papierzertifikate verwahrt. Es ist aber gerade das „fractional reserve banking“, also die Unterdeckung der ausgegebenen Papierzertifikate bzw. Kassenführungskonten durch „echtes“ Geld, das die Probleme verursacht, denn gerade eine solche Unterdeckung erlaubt die Geldschöpfung speziell durch Geschäftsbanken. Genau diese Unterdeckung wird nun aber durch die Zentralbanken ermöglicht und befördet, indem sie als „lender of last resort“ oder als „Banker’s bank“ den eigentlich zu jedem Zeitpunkt ihrer Existenz zahlungsunfähigen Banken (weil sie z.B. nicht alle Kontoeinlagen gleichzeitig auszahlen könnten, obwohl sie eigentlich dazu verpflichtet sind, was aber nur bei einem „bank run“ offenbar wird) im Notfall Liquidität zur Verfügung stellt.

    Literaturempfehlung: Murray Newton Rothbard: „The Origins of the Federal Reserve“, Zweiter Teil von: „A History of Money and Banking in the United States: The Colonial Era to World War II“ (2002).

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