F.A.Z. Einspruch Podcast

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Keine Woche vergeht, ohne dass Justiz und Rechtspolitik die Öffentlichkeit beschäftigen. Die wichtigsten Themen verhandeln wir in unserem Podcast.

Diskriminierende Examensnoten und Kreuze in Bayern

| 4 Lesermeinungen

Herzlich willkommen zur 22. Folge des F.A.Z. Einspruch Podcasts!

 

Zum Einstieg liefern wir etwas fachkundiges Hörerfeedback zur in der vergangenen Sendung besprochenen Facebook-Entscheidung des LG Berlin.

Das ebenfalls bereits aus der letzten Sendung bekannte Verfahren von PETA gegen den Tierfotograf David Slater wurde nun durch ein Urteil entschieden – Affen können danach auch weiterhin keine Träger von Urheberrechten sein.

Im Eklat um den der NPD verweigerten Zugang zur Stadthalle Wetzlar hat sich das Bundesverfassungsgericht mit einer weiteren Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Die in nüchterner Schärfe formulierten Worte des Vizepräsidenten Ferdinand Kirchhof lassen erkennen, wie ernst man den Vorfall in Karlsruhe nimmt.

Eine neue Studie hat auf Grundlage von rund 36.000 Examensnoten ergeben, dass Frauen und Migranten in den juristischen Staatsexamina schlechter abschneiden als männliche bzw. deutsche Kandidaten. Den Rückschluss auf Diskriminierung erlauben die Ergebnisse der Untersuchung jedoch nicht ohne Weiteres – mit Ausnahme einer Sonderkonstellation in der mündlichen Prüfung. Die Studie liefert jedoch auch über Fragen der Geschlechtergerechtigkeit hinausgehende Impulse für sinnvolle Reformen im Prüfungsverfahren.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, in sämtlichen Behörden des Landes ein Kreuz aufhängen zu wollen. Vor dem Hintergrund der Kruzifix-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts mag das geschichtsvergessen wirken – doch auch damals hat die Regierung des Freistaats Mittel und Wege gefunden, das religiöse Symbol an den Wänden (fast) aller Klassenzimmer zu belassen.

In der ersten Hauptsacheentscheidung zu der Sache hat das VG Köln bestätigt, was das OVG NRW bereits vergangenes Jahr im Eilverfahren entschieden hatte: Die deutsche Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen Europarecht. Das Urteil gibt Anlass, die wenig rühmliche Geschichte des Überwachungsinstruments und die Entscheidungen des EuGH und des BVerfG im Zeitraffer zusammenzufassen.

Eine Premiere fand vergangene Woche in Karlsruhe statt: Erstmals wurde dort die Verkündung eines BGH-Urteils gefilmt und im Fernsehen übertragen, nachdem das Gesetz zur Erweiterung der Gerichtsöffentlichkeit vergangenes Jahr in Kraft getreten ist. In der Sache ging es um die Frage, ob die Firma Eyeo mit ihrem Werbeblocker Adblock Plus gegen Wettbewerbsrecht verstößt, was die BGH-Richter verneint haben.

 

Den Podcast können Sie gleich hier auf Faz.net hören oder oder abonnieren.

Sehen Sie

 

Shownotes:

PETA unterliegt vor Gericht:

Wetzlar kontra Karlsruhe:

PM des BVerfG zu Wetzlar:

Söder will Kreuze in bayerischen Behörden:

Kruzifix-Beschluss des Bundesverfassungsgericht:

Kruzifix-Urteil des EGMR:

BGH zu Adblock Plus:

=

BGH-Urteilsverkündung in der Tagesschau:

Tagesspiegel zur Anzeige gegen Beatrix von Storch:


4 Lesermeinungen

  1. Wenn die Fakten nicht zur Ideologie passen
    Wenn Männer auf einem Gebiet besser abschneiden als Frauen, kann dies in unserer durch Ideologie durchtränkten Welt, wo Fakten eher stören, natürlich nur eine Folge von Diskriminierung sein. Dabei schneiden Männer oder Jungen bei allen objektiven Tests besser ab als Frauen oder Mädchen. Das hängt zum einen mit ihrem höheren IQ zusammen, der sich jedenfalls nach Abschluss der Pubertät und während des Studiums noch deutlicher zeigt. Es hängt aber auch mit Sekundärtugenden zusammen, die bei Männern stärker ausgeprägt sind, wie Ausdauer, Konzentration und Stressresistenz. Insgeheim wissen das auch die Frauen, jedenfalls die Klügeren unter ihnen, aber die Opferrolle ist zu attraktiv, um das offen einzugestehen.

  2. Einfach nur erschreckend
    Kommentare wie der von Herrn Anton sind einfach nur erschreckend und beschämend. Und das im 21. Jahrhundert! Man könnte meinen, hier nicht bei der FAZ, sondern bei RTL2 gelandet zu sein!

    Mit Verlaub, mit diesem Post haben Sie Ihre eigene These vom höheren IQ bei Männern widerlegt.
    Quod erat demonstrandum?

    • Erschreckend?
      Lieber Herr Nörr,

      alles was nicht ins Weltbild passt, sofort despektierlich abmahnen. Das erachte ich für erschreckend und zwar von Ihnen. Gerade weil wir hier bei der FAZ sind kann man offen über Fakten jenseits einer Ideologie diskutieren. Genau wie die öffentliche Meinung wollen Sie aber schon den Ansatz einer Diskussion nicht zulassen, weil es nicht in Ihr ach so aufgeklärtes und emanzipiertes Weltbild passt.

      Gott sei Dank sind FAKTEN frei von Ideologie. Schauen Sie sich die Studien an. Das Examen ist nur ein Beispiel.

      Im Übrigen bezweifle ich stark, dass sich etwas ändert, wenn mehr Frauen in der mündlichen Prüfung prüfen. Gerade Frauen sind gegenüber anderen Frauen deutlich strenger.

      Beste Grüße

      HS Haug

  3. War selbst überrascht...... aber Herr Anton hat recht
    Google hilft….. Zu dem Thema gibt es viele Angaben im Internet zu Studien, hier eine relativ aktuelle aus dem Jahr 2016 mit insgesamt 100.000 Teilnehmern.
    „In ihrer Untersuchung fanden Paul Irwing und Richard Lynn vom Zentrum für Psychologie der Universität Manchester heraus, dass der IQ von Männern im Alter über 14 Jahren durchschnittlich fünf Punkte höher ist als bei Frauen. Und je höher der IQ ist, desto größer ist der Studie zufolge der Abstand zwischen Männern und Frauen.“

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