Chaos as usual

Chaos as usual

Wer sich heutzutage in den Straßenschluchten des Kapitalismus bewegt, muss aufpassen, von einstürzenden Paradigmen und herabfallenden

27. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Eigentum ist männlich

Peter Sloterdijk bezeichnete den Bremer Professor Gunnar Heinsohn einmal als „höchst anregenden Gelehrten, der die engeren Fachdisziplinen immer wieder zu wissenschaftlichem Nutzen überschreitet". Und damit hat er wohl recht. Wer sich vergegenwärtigen möchte, was das in der Praxis bedeutet, sollte Heinsohns Doktorarbeit aus 1983 lesen – er wird zweifellos auf seine Kosten kommen, Satisfaction guaranteed! – Inhaltlich von schier unglaublicher Breite wie auch Tiefe, liest sich das Opus mit dem zugegeben sperrigen Titel „Privates Grundeigentum, Patriarchalische Monogamie und Geldwirtschaftliche Produktion – Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike" spannend; sogar sehr spannend für ein Traktat zu diesem Thema, und ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass ich mich bei der Lektüre von Dan Browns „The Da Vinci Code" kaum besser unterhalten habe. Im großen Unterschied zu letzterem handelt es sich bei Heinsohns Dissertation aber nicht um reine Fiktion, sondern die tatsächliche Antike – aus seiner ganz persönlichen Sicht. Und die ist – wie könnte es anders sein – auch schon anno 1983 alles andere als Mainstream.

Heinsohn „rekonstruiert" – der Titel macht da keine falschen Versprechungen: Die Geschichte des Altertums erzählt er auf die ihm eigene Art und Weise, damit gleichzeitig die Geschichte des Patriarchats, der Entstehung des Eigentums und der Geldwirtschaft – alle drei topoi sieht er kausal miteinander verknüpft. Wenn man so will, dann ist diese Arbeit der Ausgangspunkt für alles Weitere, was Heinsohn gemeinsam mit seinem Kollegen Otto Steiger in den 80ern und 90ern zu Papier bringen wird. Und weil er bei seiner Promotion vor den beiden post-keynesianischen Großkalibern Hajo Riese und Jan Kregel offenbar der Meinung war, dass die Neuschreibung der Geschichte von sowohl Patriarchat als auch Geldwirtschaft für die Erlangung eines zweiten Doktortitels ja womöglich ein wenig mickrig sei, schob er im Appendix als Goodie noch schnell die Begründung nach, warum die Sumerer in Wahrheit die Chaldäer waren, und nicht schon 3000 v.Chr. sondern erst 2000 Jahre später durch das sonnige Mesopotamien spazierten. Und da sage noch mal einer, Nationalökonomie könne nicht spannend sein! Weiterlesen

27. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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25. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Oh.Weh. California

Allen sonnigen Fernsehserien aus dem „Golden State" zum Trotz: Es sieht wirklich nicht gut aus für Kalifornien – fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, Heimat jedes achten Amerikaners und führende High-Tech-Schmiede des Planeten. Eine seit langem schwelende Krise droht den US Bundesstaat nunmehr endgültig ins Finanzchaos zu stürzen, und egal, wie die Geschichte schlussendlich auch ausgehen mag, sie wird eine große Anzahl von Verlierern produzieren. Der prominenteste darunter wohl Arnold „Hasta la vista baby" Schwarzenegger, in dessen Rolle als Gouverneur, für die er seinerzeit als „Starbesetzung" gefeiert wurde, wohl mittlerweile nichts mehr nach Drehbuch läuft. Er, der stolze Held diverser Äääktschn-Movies, er musste sich zum Zeichen der ultimativen Unterwerfung letzte Woche nach Washington begeben, um dem politischen Gegner im Weißen Haus eine Bundesgarantie für kalifornische Staatsanleihen aus dem Kittel zu schalmeien. Was für eine Erniedrigung! Und was für eine finanzpolitische Dramatik, mit der das bundesstaatliche Haushaltsfiasko plötzlich zum nationalen Anliegen der USA wurde. Weiterlesen

25. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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21. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Ist die ZEIT reif für die Post-Wachstums-Ökonomie?

In der jüngsten Ausgabe der ZEIT beschäftigt sich Wolfgang Uchatius sehr eingehend mit dem Thema „Wirtschaftswachstum"; oder besser: mit der Abwesenheit desselbigen, denn sein Beitrag mit dem Titel „Wir könnten auch anders" dreht sich ausschließlich um die Frage, ob eine Post-Wachstums-Gesellschaft vorstellbar wäre, und wenn ja wie. Ich halte seinen Beitrag insgesamt für sehr gut, zudem verständlich auch für Leser ohne Doppeldoktor in Ökonomie und Sozialwissenschaften, daher will ich mich gerne etwas eingehender damit beschäftigen. Die Kollegen von der ZEIT haben sicherlich nichts dagegen, wenn ich die sagenhafte Popularität der FAZ-Website dazu nutze, einem gelungenen Artikel wie diesem zu einem deutlich höheren Share of Voice zu verhelfen. Weiterlesen

21. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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19. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Mit 500 PS auf der Road to Serfdom

Wenn – wie man liest – sich selbst Edelkarossen-Hersteller Porsche jetzt um ein warmes Plätzchen unter Mama Angelas Rockzipfel bemüht, dann ist es wirklich höchste Zeit, Friedrich August Hayek zu bemühen und mal wieder ein wenig in seinem Anti-Staatswirtschafts-Klassiker „Road to Serfdom" (deutsch: „Der Weg zur Knechtschaft") zu blättern. Zudem wäre der österreichische Ökonom und Nobelpreisträger vor rund einer Woche, am 8. Mai, 110 Jahre alte geworden, da kann man ihm ohnehin ein wenig die Ehre erweisen, und das will ich nachfolgend gerne tun. Mit Robert Misik hatte ich mich ja letztens noch über Hayeks Werk unterhalten, am Wochenende dann mal wieder darin gelesen, und was soll ich sagen: Ja, es ist immer noch verdammt aktuell. Bei dem was die Damen und Herren Volksvertreter in Berlin so treiben – wer weiß, was da noch alles an schönen Dingen auf uns zukommt -, da liest man so ein Werk gerne schon mal zur Prophylaxe. Und auch wenn man die Ansichten Hayeks zu Sozialpolitik und Verteilungsgerechtigkeit nicht immer für der Weisheit letzter Schluß nehmen muss, als wortgewaltiger Mahner vor dem schleichenden Weg in den Totalitarismus ist er noch immer unerreicht. Sehen wir uns also mal auszugsweise an, was der Friedrich August da so schreibt: Weiterlesen

19. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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13. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Neocons als Aperitif, Stamokap zum Dessert – Ein Abendessen mit Robert Misik

„Was willst Du hören?", frage ich, als wir in mein Auto steigen und ich nach meinem iPod greife. „Was hast Du denn anzubieten?", antwortet Robert Misik mit der unvermeidlichen Gegenfrage. „Alles, was gut ist", sage ich, und entscheide mich kurzerhand für die Stones. Und so machen wir uns also zu „Gimme shelter" auf den Weg, vom Hamburger Schanzenviertel, wo der österreichische Journalist und Schriftsteller gerade eine Lesung seiner „Politik der Paranoia" hinter sich gebracht hat, in das gar nicht weit entfernte Szenelokal. Eigentlich wäre es ja auch in der Kneipe am Veranstaltungsort weiterhin ganz nett gewesen, im „Haus 73", mit der charmanten Dame von der Heinrich-Böll-Stiftung neben mir und dem freundlichen Herrn vom Radio gegenüber; aber einerseits war es mir an dem Abend zu fröstelig geworden, um weiterhin draußen zu sitzen und Astra-Bier aus der Flasche zu trinken, und andererseits gibt es Dinge, die Ösis in der Fremde wirklich nur unter vier Augen besprechen können… Weiterlesen

13. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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11. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Autopoiesis des Profit-Virus

„Ist der Kapitalismus reformierbar? Man kann den Virus der Gewinnorientierung nicht abschaffen, sondern durch Einbettung und Rahmung nur zähmen wollen", schreibt Soziologe Dirk Baecker heute im Feuilleton der FAZ, in seinem sehr interessanten Beitrag zur Reihe „Zukunft des Kapitalismus". Daraus ein paar Zitate und persönliche Anmerkungen von mir: Weiterlesen

11. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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07. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Carrie Bradshaw trifft Luhmann und die Laura Girls

Bei SPIEGEL Online lesen wir von einem interessanten Gerichtsurteil: Das Arbeitsamt muss einem Bordell keine Prostituierten vermitteln, entschied das Bundessozialgericht in Kassel am Mittwoch, und wies damit die Forderung eines Bordellbetreibers aus Speyer an die Bundesanstalt für Arbeit in dritter und letzter Instanz ab. "Eine solche Handlung der öffentlichen Gewalt lässt sich nicht mit der Werteordnung des Grundgesetzes vereinbaren", heißt es laut SPIEGEL in der Urteilsbegründung.

Der Kläger betreibt unter der Marke "Lauras Girls" zwei Bordelle. Deren Dienstleistungen will er zukünftig von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten anbieten lassen, daher bat er die Arbeitsagentur um Hilfe bei der Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen aus Deutschland und der Europäischen Union. Als Art der Tätigkeit gab er die "Vornahme sexueller Handlungen" an. Sein Argument vor Gericht: Prostitution sei mittlerweile ein normales Gewerbe, die Bundesagentur dürfe ihm daher die Vermittlung von Arbeitskräften nicht verweigern, das dürfe sie nur bei kriminellen Aktivitäten. Zudem wären die Jobs sozialversicherungspflichtig und "Wenn sie in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, muss sich die Anstalt auch um sie kümmern." Damit ließen ihn die Richter jedoch abblitzen.

Ich kann mir nicht helfen, aber mich faszinieren derlei Geschichten total. Aus streng gesellschaftsphilosophischer Sicht, versteht sich. Weiterlesen

07. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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05. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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Dr. Steinbrück oder: Wie ich lernte, J.C. Flowers zu lieben

In Stanley Kubricks Atomkriegs-Satire „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben", mit einem grandiosen Peter Sellers in der Titel- wie auch diversen Nebenrollen, gibt es eine Schlüsselszene, in der sich ein etwas schusseliger US Präsident von seinem obersten Militärwissenschaftler Dr. Seltsam erklären lässt, was es mit der sowjetischen „Weltvernichtungsmaschine" auf sich hat. Wie es denn sein könne, will der Präsident wissen, dass der Automatismus, der dem Apparat innewohne, nicht mehr durchbrochen und damit die nukleare Vernichtung der Welt aufgehalten werden könne? Darauf Dr. Seltsam:

„Mister President, es ist nicht nur möglich, sondern geradezu unabdingbar. Das ist die ganze Idee hinter dieser Vorrichtung, verstehen Sie? Abschreckung ist die Kunst, im Bewusstsein des Feindes Angst vor dem eigenen Angreifen zu erzeugen. Und genau dieser automatische und unwiderrufliche Ablauf, der menschliches Eingreifen absolut ausschließt, ist es, der die Weltvernichtungsmaschine so schrecklich und so leicht begreiflich macht – und so absolut glaubwürdig und überzeugend."

Nun ist die Hypo Real Estate (HRX) zwar eine gigantische Volksvermögens- aber Gott sei Dank noch keine Weltvernichtungsmaschine, und Peer Steinbrück ist bekanntlich nicht Peter Sellers – auch wenn er sich vielleicht gelegentlich so anhören mag. Aber dennoch bietet diese Filmfarce aus den lustigen Sechzigern eine Menge Anknüpfungspunkte für die tagesaktuelle Diskussion zur Übernahme der bankrotten Hypothekenbank durch den Staat. Weiterlesen

05. Mai. 2009
von Thomas Strobl
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